„Die Dressen in Helsinki waren eine Vorgabe von BWT“

 

Beim ersten Treffen zwischen dem LASK und der Initiative Schwarz-Weiss wurde uns noch versichert, die rosafarbene dritte Dress würde nur verwendet werden, wenn es anders nicht geht – wie etwa beim Auswärtsspiel gegen die Admira. Umso größer war das Erstaunen, als in Helsinki das rosafarbene Trikot übergestreift wurde. Bei einem informellen Treffen zwischen Fanszene und Verein wollten wir den Grund dafür erfahren – die Antworten waren für uns zugleich ernüchternd und alarmierend.


„Die rosa Dress in Helsinki war eine Vorgabe von BWT“, sagte LASK-Geschäftsführer Andreas Protil vor versammelter Runde. Die offenen Verträge mit den Sponsoren müssten eben erfüllt werden – und der Wassertechnologiekonzern hätte in diesem Fall auf einen Auftritt in Rosa bestanden. Protil weiter: „Ich kann nicht damit argumentieren, dass es nicht anders möglich gewesen wäre, schwarze oder auch weisse Dressen wären super gegangen.“ Den Wunsch von BWT hätte man nicht ablehnen können. „In einer Phase, wo Geld für das Stadion aufgetrieben werden muss, können wir uns nicht erlauben, einen wichtigen Sponsor zu verärgern“, sagte der LASK-Geschäftsführer. Verärgern: Das würde im Fall von BWT laut Protil schon bedeuten, nur auf das dritte Dress zurückzugreifen, wenn es nicht anders geht – und diese Option in anderen Fällen gänzlich auszuschlagen.

Mit BWT gebe es zwar keine Vereinbarung, wie oft genau in den rosafarbenen Trikots gespielt werden muss, es gelte aber, vertraglich festgelegte Werbewerte zu erfüllen. Die neue rosafarbene Bekleidung der Betreuer wurde damit argumentiert, dass BWT eben nicht nur reiner Sponsor, sondern auch Ausrüster sei. Auch diese neue Bekleidung ist unserer Ansicht nach symbolisch für eine schleichende Entwicklung, in der BWT ständig an Einfluss im Verein gewinnt.

„Für die internationalen Auswärtsspiele kann ich nichts versprechen“

Für die Zukunft könne der LASK zwar garantieren, dass zumindest daheim nicht mehr in Rosa gespielt wird, versprach der Geschäftsführer im weiteren Verlauf des Gesprächs. „Letztes Jahr haben wir uns damit ein Ei gelegt, das wird uns diesmal nicht mehr passieren“, sagt Protil. „Dass wir die nächsten internationalen Auswärtsspiele nicht wieder in Rosa spielen, kann ich aber nicht versprechen“, erklärte Protil. Der Geschäftsführer betonte im Gespräch mit den Fans, dass die Vereinsfarben aber weiterhin unantastbar seien.

Aus unserer Sicht sind sie das aber mittlerweile längst nicht mehr. Wenn ein Sponsor die Dressenfarbe vorgeben und einfordern kann, inwiefern sind die Farben dann noch unantastbar? Wenn sich ein Verein nicht erlauben kann, einen Sponsor zu „verärgern“ – indem er auf die traditionellen Trikotfarben besteht – inwiefern sind die Vereinsfarben dann unantastbar? Was passiert, wenn BWT, im Gegenzug für stärkere finanzielle Unterstützung beim Stadionbau, noch öfter auf rosa Dressen oder andere Zugeständnisse besteht? Wer garantiert uns, dass nach dem erfolgreichem Stadionbau der Einfluss von BWT – durch ein etwaiges noch höheres finanzielles Engagement – nicht noch weiter steigt?

Als Fan eines Vereins im heutzutage durchkommerzialisierten Fußballgeschäft geht man ohnehin ständig Kompromisse ein. Zumindest die Kernbestandteile der Vereinsidentität – wie etwa die Dressenfarbe – sollten unangetastet bleiben. Wir bleiben nach diesem Gespräch einigermaßen ernüchtert und alarmiert zurück und sehen uns bestärkt, in Zukunft weiterhin mit aller Energie für den Erhalt der Identität des LASK zu kämpfen.

INITIATIVE SCHWARZ-WEISS